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Einen neuen Aufbruch wagen
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Katholikentag in Mannheim
16.-20. Mai 2012
 Um
einen neuen Aufbruch zu
wagen, braucht es ein Ziel.
Der rote Rucksack ist zum
Symbol des Mannheimer
Katholikentags geworden.
Damit wird der
Gedanke an eine
Wanderung geweckt. Wir sind
in Etappen unterwegs.
Morgens stehen wir auf,
packen unseren Rucksack und
weiter geht`s: Einen neuen
Aufbruch wagen!
Bekannt ist Mark Twain`s
(1835 – 1910) tiefsinniger
Satz von Tom Sawyer`s und
Huckleberry Finn`s Ausflug
auf den Mississippi:
„Nachdem wir das
Ziel aus unseren Augen
verloren hatten,
verdoppelten wir unsere
Anstrengungen.“ Manchmal
kommt es mir auch so vor.
Wir verlieren uns in
vielfältigen Aktivitäten, ob
sie Dialogprozess oder
Strukturdebatte heißen. Die
Begebenheit um Marta und
Maria ist da erhellend.
Jesus sagt zur geschäftigen
Marta: „Marta, Marta, du
machst dir viele Sorgen und
Mühen. Aber nur eines ist
notwendig. Maria hat
das
Bessere gewählt, das soll
ihr nicht genommen
werden.“ (Lk 10,41f.).
Maria lauschte den Worten
Jesu. Der Katholikentag
bewegt sich in der Tradition
des Hörens auf die Frohe
Botschaft und dem Sprechen
darüber. Das Evangelium soll
hineinwirken in die
Gesellschaft und diese zum
Positiven hin verändern.
Deshalb brauchen wir im
Hören auf Gottes Wort ein
Ziel, zu dem wir hin
aufbrechen, auch wenn es
viele Etappen dazu braucht.
Jesus beschreibt dieses Ziel
als Reich Gottes. Es steht
in der Spannung von „noch
nicht“ und „schon jetzt“.
Einerseits ist es, wie Jesus
sagt, „schon mitten unter
euch“ (Lk 17,21),
andererseits braucht es Zeit
heranzuwachsen (Mk 4).
Paulus definiert Reich
Gottes so: „Es ist
Gerechtigkeit, Friede und
Freude im Heiligen Geist.“ (Röm
14,17). Es ist wie bei einer
Talwanderung, die
gletscherbedeckten Berge im
Blick. Für unsere
Wandergruppe ist klar: Wir
werden nicht zu den Bergen
aufsteigen. Dennoch übt das
unerreichbare Ziel eine
Faszination aus, die uns und
unser Miteinander bestimmt.
So kann das unerreichbare
Ziel, das Reich Gottes, wenn
wir es vor Augen haben,
schon in unser Leben
hineinstrahlen und uns zu
frohen, hilfsbereiten
Menschen werden lassen, die
„trotz allem“ ihr Vertrauen
auf Gott setzen, der sich
uns in Jesus gezeigt hat:

„Ich hebe meine Augen auf zu
den Bergen: Woher kommt mir
Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht
hat.
Er lässt deinen Fuß nicht
wanken; er, der dich
behütet, schläft nicht.
Nein, der Hüter Israels
schläft und schlummert
nicht.
Der Herr ist dein Hüter, der
Herr gibt dir Schatten; er
steht dir zur Seite.
Bei Tag wird dir die Sonne
nicht schaden noch der Mond
in der Nacht. Der Herr
behüte dich vor allem Bösen,
er behüte dein Leben. Der
Herr behüte dich, wenn du
fortgehst und
wiederkommst, von nun an bis
in Ewigkeit.“ (Ps
121)
Klaus
Zedtwitz |